Im internationalen Steuerrecht sind Substanzanforderungen essenziell zur Bekämpfung missbräuchlicher Gestaltungen. Zahlreiche Vorschriften knüpfen steuerliche Konsequenzen an die wirtschaftliche Präsenz ausländischer Gesellschaften. Der EU-Vorschlag zur ATAD III-Richtlinie zielte darauf ab, Briefkastengesellschaften anhand klarer Substanzkriterien zu identifizieren und steuerlich zu benachteiligen. Doch aufgrund breiter Kritik – insbesondere wegen mangelnder Kompatibilität mit bestehenden Regelungen – hat der ECOFIN-Rat die Weiterverfolgung des Entwurfs am 18.06.2025 nun offiziell eingestellt. mehr…
Private Equity 2025: Selektiv, strategisch, stabil? – Eindrücke aus dem FCM PE Survey 2025
Im Mittelpunkt des diesjährigen FCM Survey steht die Frage, wie sich der europäische Private Equity-Markt unter veränderten Rahmenbedingungen entwickelt. Themen sind selektiveres Fundraising, veränderte Exit-Pfade, neue Anforderungen an GPs und LPs sowie die zunehmende Bedeutung von Co-Investments und Künstlicher Intelligenz. Was sind die aktuellen Herausforderungen und Chancen für Investoren und Fondsmanager? Im Podcast spricht Dr. Robert Eberius (POELLATH) mit Sebastian Osing, Dr. Sören Paleit und Thi La Nguyen (alle FCM) über die wichtigsten Entwicklungen. mehr…
Die geschäftsleitende Holding – Gewerblich oder vermögensverwaltend?
Im Urteil des BFH vom 27.11.2024 (I R 23/21) stellte sich die zentrale Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Holding-Personengesellschaft als Organträgerin im Rahmen einer körperschaftsteuerlichen Organschaft anzuerkennen ist. Insbesondere ging es darum, wann das Merkmal der gewerblichen Tätigkeit nach § 14 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 KStG als erfüllt betrachtet wird. Auch wenn die Entscheidung formal im Kontext der körperschaftsteuerlichen Organschaft steht, reichen ihre Implikationen weit darüber hinaus: Sie betrifft die grundlegende Abgrenzung zwischen vermögensverwaltender und gewerblich tätiger Holding. Der BFH liefert dabei wesentliche Hinweise, wann eine Beteiligungsholding allein durch ihr tatsächliches Führungsverhalten als gewerblich eingestuft werden kann. mehr…
BFH-Urteil zur Umschaltklausel – Das sind die Folgen für die Gewerbesteuer
Der BFH hat mit seinem aktuellen Urteil zur Umschaltklausel nach § 20 Abs. 2 AStG eine entscheidende Weichenstellung vorgenommen. Er bestätigt, dass eine beherrschende Beteiligung an der ausländischen Personengesellschaft erforderlich ist – eine bloße Beteiligung reicht nicht aus. Das wirkt sich auch auf die Gewerbesteuer aus. . mehr…
Veräußerungsgewinn bei teilentgeltlicher Übertragung einer Immobilie gegen Darlehensübernahme
Die lebzeitige Übertragung privat gehaltener Immobilien ist ein gerne gewählter Weg für die steuerfreie Übertragung von Vermögen im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge. Erfolgt die Übertragung allerdings teilentgeltlich, z.B. bei einer Mitübernahme einer Darlehensverbindlichkeit, können einkommensteuerpflichtige Veräußerungsgewinne entstehen. Ein neues BFH-Urteil schafft nun mehr Klarheit über die steuerlichen Folgen teilentgeltlicher Übertragungen. . mehr…
Umschaltklausel nach § 20 Abs. 2 AStG – BFH setzt enge Grenzen
Mit Urteil vom 08.04.2025 (IX R 32/23) hat sich der BFH erstmals zur zentralen Frage geäußert, ob für die Anwendung der sogenannten Umschaltklausel gemäß § 20 Abs. 2 AStG eine gesellschafter- oder gesellschaftsbezogene Betrachtung maßgeblich ist. Die Vorschrift regelt, dass bestimmte passive Einkünfte aus ausländischen Betriebsstätten oder Personengesellschaften nicht der Freistellung, sondern der Anrechnungsmethode unterliegen sollen, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Während die Finanzverwaltung bislang auf eine gesellschafterbezogene Sichtweise abstellte, wonach jede Beteiligung an einer Personengesellschaft eines Steuerinländers ausreichte, widerspricht der BFH dieser Auffassung nun ausdrücklich. mehr…
Verfall von virtuellen Optionsrechten bei Eigenkündigung des Mitarbeiters
Ein Arbeitgeber hatte in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geregelt, dass bereits durch „Vesting“ ausübbare virtuelle Optionsrechte im Falle einer Eigenkündigung des Arbeitnehmers sofort verfallen. Entgegen seiner bisherigen Rechtsprechung erklärte das BAG eine solche Klausel für unwirksam, da die Optionsrechte einen Bestandteil der vertraglich zugesagten Vergütung darstellen und nicht einfach gestrichen werden dürfen. Ein Blick auf das Urteil vom 19. März 2025 (Az. 10 AZR 67/24). mehr…
BFH erleichtert steuerfreie Rückzahlung „vergessener“ Einlagen
Ein neues BFH-Urteil bringt Klarheit für Kapitalgesellschaften und eröffnet neue Möglichkeiten zur Korrektur nicht erfasster Gesellschaftereinlagen. Insbesondere Unternehmen mit langer Historie könnten von dieser Entscheidung profitieren und steuerpflichtige Ausschüttungen vermeiden. . mehr…
Zwischen Aufbruch und Altlasten – Private Infrastrukturinvestitionen in Deutschland
Die Bedeutung von Infrastrukturinvestitionen wächst – nicht nur politisch, sondern auch in den Portfolios institutioneller Investoren. Der Infrastruktur-Report Deutschland 2025, herausgegeben vom Bundesverband Alternative Investments (BAI), zeigt eindrücklich, wie private Kapitalgeber zunehmend Interesse an Infrastrukturprojekten entwickeln und welche Hürden sie dabei ausbremsen. mehr…
Stressed Portfolios – Handlungsspielräume von PE-Fonds in Unternehmenskrisen
In Krisensituationen geraten nicht nur Portfoliounternehmen unter Druck – auch PE-Investoren müssen schnell, rechtssicher und strategisch handeln. Ein Überblick über Herausforderungen, rechtliche Rahmenbedingungen und Optionen für Private-Equity-Fonds. mehr…
ESG-Newsflash – Alles Wichtige auf einen Blick
Nachhaltigkeit gewinnt auch im Finanzsektor immer stärker an Bedeutung, entsprechend werden die rechtlichen Rahmenbedingungen sukzessive angepasst. Wir behalten die wichtigsten Änderungen für Sie im Auge. . mehr…
BFH stärkt Organschaft bei atypisch stiller Beteiligung – „ganzer Gewinn“ bleibt abführbar
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 11.12.2024 (I R 33/22) für Klarheit in einem lang umstrittenen steuerlichen Streitpunkt gesorgt: Eine atypisch stille Beteiligung an der Organgesellschaft steht der körperschaftsteuerlichen Organschaft nicht entgegen. Die Entscheidung folgt der herrschenden Meinung in der Literatur und stellt klar, dass auch bei solchen Beteiligungen der „ganze Gewinn“ im Sinne des § 14 KStG als abgeführt gilt. Welche zivil- und steuerrechtlichen Erwägungen dieser Entscheidung zugrunde liegen – und welche Fragen weiterhin offenbleiben – lesen Sie hier. mehr…
Abzugsverbot für Teilwertabschreibungen auf Gesellschafter- bzw. Konzerndarlehen
Das FG Berlin-Brandenburg hat mit Urteil vom 16.04.2024 (8 K 8073/22) über das Abzugsverbot für Teilwertabschreibungen auf Gesellschafter- und Konzerndarlehen (§ 8b Abs. 3 Satz 4 ff. KStG) eine Entscheidung verkündet, die gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten von besonderer Bedeutung ist. Nach Auffassung des FG gelte das Abzugsverbot allein für substanzbedingte Gewinnminderungen, nicht aber für eine Abschreibung zuvor entstandener Zinsforderungen. Noch interessanter ist jedoch die Auffassung, dass das Abzugsverbot auch bei einer Darlehensausreichung zwischen Schwestergesellschaften gelte, bei deren beherrschendem Gesellschafter es sich um eine natürliche Person handelt. Schließlich befasste sich das FG mit dem sog. Drittvergleich, der prinzipiell einen Ausweg aus der Nichtabziehbarkeit bietet. Da das FG ähnlich wie das Finanzamt hohe Anforderungen an den Drittvergleich stellt, ist dies ein steiniger Weg, für den man gerüstet sein muss. mehr…
Gute Neuigkeiten für deutsche Stifter und Begünstigte ausländischer Stiftungen und Trusts
Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 3. Dezember 2024 klargestellt, dass die sogenannte Escape-Klausel zur Vermeidung der Zurechnungsbesteuerung auch auf Stiftungen und Trusts mit Sitz in Drittstaaten – etwa der Schweiz – anwendbar ist. Das Urteil stärkt die Kapitalverkehrsfreiheit und schafft mehr Rechtssicherheit für internationale Nachfolge- und Vermögensstrukturen. mehr…
Grüne Werbung oder schon Greenwashing?
Nachhaltig ist in – immer häufiger bewerben Unternehmen ihre Produkte mit Begriffen wie umweltfreundlich, klimaneutral oder schlicht grün. Doch nicht immer sind die Produkte oder Dienstleistungen so nachhaltig wie versprochen. In einer neuen Folge der SWR-Podcastreihe „Die Justizreporter*innen“ dreht sich alles um das Thema Greenwashing. Was das für nachhaltig orientierte Fonds bedeutet, erklärt PE-Magazin-Autorin Katharina Hammer. . mehr…