Wer Darlehen zwischen Schwestergesellschaften strukturiert, kennt das Risiko: Das Abzugsverbot des § 8b Abs. 3 Satz 4 ff. KStG droht, Verluste aus dem Ausfall von Forderungen zwischen Schwestergesellschaften steuerlich zu neutralisieren. Doch die Reichweite der Vorschrift war in zwei besonders praxisrelevanten Konstellationen bislang ungeklärt. Der BFH hat mit seinem Urteil vom 01.04.2026 (I R 11/24) nun in beiden Streitfragen zugunsten der Steuerpflichtigen entschieden und die Sache zur weiteren Aufklärung der vGA-Frage an das FG zurückverwiesen. Nichtsdestotrotz schafft das Urteil erhebliche Rechtssicherheit für die Beratungspraxis – auch wenn es mit der Frage der vGA eine wichtige Prüfungsebene offenlässt. mehr…
Investitionskontrolle in Defence und Deep Tech – Worauf Fondsmanager achten sollten
Investments in Unternehmen und Start-ups der Verteidigungsindustrie sowie in Sektoren des sog. Deep Tech erleben angesichts der geopolitischen Entwicklungen eine deutlich steigende Nachfrage. Venture Capital und Private Equity Fonds, die sich in diesen Bereichen engagieren, stellt sich damit die Frage, ob und welche besonderen Pflichten in diesen sensiblen Bereichen damit einhergehen, um die Sicherheitsinteressen des Staates im Rahmen des Investitionsprüfungsrechts (Foreign Direct Investment Review, FDI) zu wahren. mehr…
Schluss mit fiktiven Zinsen – BFH befreit zinslose Ratenzahlungen im Privatvermögen von der Einkommensteuer
Wer ein Grundstück innerhalb der Familie verkauft und den Kaufpreis zinslos in Raten stunden lässt, musste bislang damit rechnen, dass das Finanzamt fiktive Zinsen berechnet und als Kapitalertrag besteuert. Damit ist jetzt Schluss: Mit Urteil vom 24.03.2026 – VIII R 30/24 hat der BFH seine langjährige Rechtsprechung aufgegeben und entschieden, dass zinslose Ratenzahlungsvereinbarungen bei Verkäufen im Privatvermögen grundsätzlich keine Einkünfte aus Kapitalvermögen auslösen. Die Entscheidung hat weitreichende Folgen für Vermögensübertragungen in der Familie. mehr…
Grunderwerbsteuer – Einbringung einer Immobilien-GmbH in eine Holdingstruktur bald steuerfrei?
Manchmal entscheidet im Steuerrecht der Kalender. Genau in einer solchen Situation befinden sich derzeit Gesellschafter, die ihre Immobilien-GmbH in eine personenidentische GmbH & Co. KG einbringen wollen (Verlängerung der Beteiligungskette). Wirtschaftlich bleibt alles beim Alten. Doch nach aktueller Rechtslage löst der Vorgang Grunderwerbsteuer aus. Nach der Mitte Juni von Bundestag und Bundesrat beschlossenen, aber noch zu verkündenden Änderung des GrEStG spricht jedoch vieles dafür, dass derselbe Vorgang zukünftig voraussichtlich effektiv grunderwerbsteuerfrei möglich sein wird. Genau deshalb lautet der aktuelle Rat für diese Konstellationen: „Bitte kurz abwarten.“. mehr…
Finanzämter weiten Verlustverrechnungsverbot auf gewerblich geprägte Personengesellschaften aus
Die Diskussion um § 2a Abs. 1 Nr. 2 EStG hat in jüngerer Zeit an praktischer Relevanz gewonnen. Hintergrund ist, dass Finanzämter vermehrt die Auffassung vertreten, das Verlustverrechnungsverbot erfasse negative Einkünfte aus Drittstaatenbetriebsstätten auch dann, wenn diese einer gewerblich geprägten Personengesellschaft i.S.d. § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG zuzurechnen sind. Anlass hierfür ist u. a. ein beim Hessischen FG anhängiges Verfahren (11 K 1357/23), das nach Auskunft des Gerichts die Anwendung des § 2a EStG in einer vergleichbaren Konstellation zum Gegenstand hat. Diese Sichtweise dürfte nicht der bislang verbreiteten Beratungspraxis entsprechen und steht im Spannungsverhältnis zur überwiegenden Literatur. Zugleich zeigt die Entwicklung, dass entsprechende Verfahren derzeit sorgfältig offen gehalten werden sollten. mehr…
Managementbeteiligungen – Finanzverwaltung äußert sich erstmals positiv zu Erlösen aus Hurdle-Shares
Das Bayerische Landesamt für Steuern hat in seiner Verfügung vom 28. Mai 2026 (Az. S 2332.1.1-29/4 St36) erstmals zur steuerlichen Beurteilung von Hurdle-Shares Stellung genommen und damit Rechtssicherheit in einem sehr praxisrelevanten Bereich geschaffen. mehr…
BFH-Urteil – Keine Haftung für Ex-Geschäftsführer trotz Handelsregistereintrag
Mit Urteil vom 09.12.2025 (VII R 4/23) hat der BFH entschieden, dass ein GmbH-Geschäftsführer, der seine Organstellung kraft Gesetzes verloren hat, nicht als gesetzlicher Vertreter i.S.d. § 34 Abs. 1 AO (i.V.m. § 69 Satz 1 AO) haftet – auch wenn seine Eintragung im Handelsregister fortbesteht. Außerdem urteilte der BFH, dass das Finanzgericht den einem Haftungsbescheid (i.S.d. § 191 AO) zugrunde gelegten Haftungsgrund – hier die Haftung als gesetzlicher Vertreter nach § 34 AO statt als Verfügungsberechtigter nach § 35 AO – nicht austauschen kann. Vielmehr sei es Sache des Finanzamtes, den erlassenen Haftungsbescheid zu ändern oder einen neuen Haftungsbescheid zu erlassen, der dann Gegenstand des Klageverfahrens werde (vgl. § 68 FGO). mehr…
Steuern Aktuell – Alles Wichtige auf einen Blick
Urteile, Gesetzesänderungen, relevante Neuregelungen – Alles, was im Steuerrecht wichtig ist, behalten unsere Expertinnen und Experten für Sie im Blick. . mehr…
Veräußerungspreis oder Arbeitslohn – BFH urteilt zur Vergütung für die Fortführung des Geschäftsführeramts beim Anteilsverkauf
Der BFH stärkt die Position von Gesellschafter-Geschäftsführern beim Anteilsverkauf: Eine an die Fortführung des Geschäftsführeramts geknüpfte Zahlung ist nicht automatisch Arbeitslohn. Entscheidend ist vielmehr, ob der Vergütungsbestandteil wirtschaftlich im Unternehmenswert aufgeht – mit erheblicher Relevanz für die steuerliche Gestaltung von M&A-Transaktionen. mehr…
Steuerliche Zurechnung von Dividenden bei Nießbrauchrechten an Kapitalgesellschaftsanteilen
Mit Urteil vom 20.09.2024 (IX R 5/24) hat der BFH die steuerliche Behandlung nießbrauchbelasteter GmbH-Geschäftsanteile grundlegend neu geordnet. Danach ist die Einkünftezurechnung sowohl bei Veräußerungsgewinnen (§ 17 EStG) als auch bei Dividenden (§ 20 EStG) untrennbar an den wirtschaftlichen Eigentümer des jeweiligen Anteils gebunden. Dem hat sich die Finanzverwaltung mit BMF-Schreiben vom 14.05.2025 angeschlossen – mit praktischen Folgewirkungen bei typischen Nießbrauchkonstellationen. mehr…
Trusts im deutschen Steuerrecht
Sogenannte Trusts gehören im anglo-amerikanischen Rechtskreis zum üblichen Repertoire der Vermögensverwaltung und Nachfolgeplanung. Angesichts zunehmender globaler Mobilität gewinnt die rechtliche Beratung im Zusammenhang mit Trusts auch in Deutschland stetig an Bedeutung. Dies führt zu einer Reihe von zivil- und steuerrechtlichen Herausforderungen, denn der deutschen Rechtsordnung sind Trusts als solche unbekannt. Es bedarf folglich einer Einordnung nach nationalem Recht. Aus steuerlicher Sicht bereitet insbesondere die Einordnung des Trusts regelmäßig Schwierigkeiten. Da dies jedoch die maßgebliche „Weichenstellung“ für die steuerliche Behandlung ist und sich hierzu eine reichhaltige finanzgerichtliche Kasuistik entwickelt hat, sollen im Folgenden die Kriterien zur steuerlichen Qualifikation von Trusts erläutert werden. mehr…
Nachfolge trifft Krise – Wenn die Erbschaftsteuer zum Sanierungsblocker wird
Im W&P Executive Dialogs „Nachfolge trifft Krise“ diskutierten Tobias Jäger und Dr. Jan-Eckhard Wegener (beide POELLATH) mit Volker Riedel und Matthias Müller (beide Dr. Wieselhuber & Partner), warum Erbschaft- und Schenkungssteuer in der Unternehmenskrise zum echten Sanierungsblocker werden kann – und welche Sanierungsmaßnahmen steuerliche Fallstricke auslösen können. . mehr…
„In guten Händen“ – Wie das Familiy Office Mensch und Kapital in Einklang bringt
Familienunternehmen haben in Deutschland eine lange Tradition. Die hiermit verbundenen Herausforderungen für die Rechts- und Steuerberatung gleichen sich jedoch über Ländergrenzen hinweg: Wo Werte auch jenseits des Geldes im Mittelpunkt stehen, ist die Familie im dynastischen Unternehmen sowohl das Fundament als auch der größte Erfolgsfaktor für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. In seinem jüngsten Buch „In guten Händen“ führt Bankier und Familienberater Philippe J. Weil anschaulich und praxisnah in fünf Teilen durch die Herausforderungen in der Beratungspraxis eines Family Offices: Von den Grundlagen von Geld und Familie, über Definition und Rolle des Family Offices als Bindeglied, die Vermögensverwaltung, Verfügungen und Verträge innerhalb der Familie bis zu Beratung und Mentoring ist das Werk zugleich Erfahrungsbericht und Praxisleitfaden. Eine Rezension von PE Magazin-Autor Dr. Andreas Richter. . mehr…
Private Clients – Steuerliche Gestaltung der Unternehmensnachfolge
Die steueroptimierte Übertragung von Unternehmensanteilen zählt zu den zentralen Herausforderungen jeder Nachfolgeplanung – und entscheidet maßgeblich über den wirtschaftlichen Erfolg des Generationenwechsels. Vor dem Hintergrund politischer Reformdiskussionen und eines weiterhin erwarteten Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftsteuer steht für viele Unternehmerfamilien fest: Wer Gestaltungsspielräume nutzen möchte, muss rechtzeitig planen. mehr…
Investitionen im europäischen Verteidigungssektor
Europa erlebt einen sicherheitspolitischen Paradigmenwechsel – mit gravierenden Konsequenzen weit über die Rüstungsbranche hinaus. Der folgende Beitrag analysiert, wie die strategische Neuausrichtung der europäischen Verteidigungspolitik Investorenperspektiven verändert, die Kapitalmärkte bewegt und die Debatte um nachhaltige Finanzregulierung neu entfacht. . mehr…














