Liegen die Voraussetzungen der sog. Zurechnungsbesteuerung vor, werden die Einkünfte einer ausländischen Familienstiftung oder vergleichbaren Vermögensmasse (z.B. einem US-Trust) vorrangig dem unbeschränkt steuerpflichtigen Stifter oder sonst den Bezugs- und Anfallsberechtigten „entsprechend ihrem Anteil zugerechnet“. Wie aber lässt sich dieser Anteil bei solchen Nachfolgevehikeln, die naturgemäß keine Beteiligung vermitteln, überhaupt bestimmen? In der Praxis liegt der Fokus im Kontext der Zurechnungsbesteuerung dabei häufig auf tatbestandsseitigen Ausschlüssen (Stichwort: Entlastungsbeweis). Rechtsfolgenseitig wird die Bestimmung der Zurechnungsquote allenfalls als Randthema behandelt. . mehr…
§ 56 InvStG – BFH begrenzt Anwendung der Teilfreistellung bei Veräußerungsverlusten
Mit Urteilen vom 25.11.2025 (VIII R 22/23, VIII R 15/22) hat der BFH zur Anwendung der investmentsteuerrechtlichen Teilfreistellung bei der Veräußerung sog. Alt-Anteile nach § 56 InvStG Stellung genommen. Die Entscheidungen betreffen eine Folge des Systemwechsels zur Investmentbesteuerung 2018. In bestimmten Fällen kam es dadurch zu einer steuerlichen Mehrbelastung, aus der sich nun Erstattungsansprüche ergeben können. Der BFH stellt klar, dass ein Veräußerungsverlust, der ausschließlich auf der Übergangsfiktion des § 56 InvStG beruht, steuerlich in voller Höhe zu berücksichtigen sei. Eine etwaige Teilfreistellung finde insoweit keine Anwendung. Betroffen sind insbesondere Konstellationen, in denen die Kurse bis Ende 2017 deutlich gestiegen und nach dem 01.01.2018 wieder gefallen sind – eine höchst praxisrelevante Entscheidung. mehr…
Standortfördergesetz – Neue Strukturmöglichkeiten für deutsche gewerbliche Fonds
Am 10. Februar ist das Ende Januar 2026 beschlossene Gesetz zur Förderung privater Investitionen und des Finanzstandorts (Standortfördergesetz, „StoFöG“) in Kraft getreten. Das StoFöG zielt insbesondere darauf ab, Investitionen in Venture Capital zu fördern und Deutschland als Finanzplatz zu stärken, und eröffnet neue Strukturierungsoptionen für deutsche Fondsstrukturen mit „gewerblichkeitsgefährdeten“ Anlagestrategien. mehr…
Private Clients – Q&A zum Steuerrecht
Deutschland ist für vermögende Privatpersonen, Unternehmerfamilien und internationale Investoren ein rechtlich komplexer, aber wirtschaftlich bedeutender Standort. Das jährlich erscheinende Q&A „ICLG Private Clients“ erläutert die wichtigsten Aspekte zum deutschen Steuerrecht, die erbschaft- und schenkungsteuerlichen Rahmenbedingungen sowie zentrale Fragen der Vermögens- und Nachfolgeplanung bei nationalen und grenzüberschreitenden Sachverhalten. mehr…
BMF finalisiert Vorschriften zur ertragsteuerlichen Behandlung von Fondsetablierungskosten
Mit Datum vom 19.01.2026 hat das BMF das finale Schreiben zur ertragsteuerlichen Behandlung von Fondsetablierungskosten (§ 6e EStG) veröffentlicht. Die Vorschrift ordnet an, dass Fondsetablierungskosten bestimmter geschlossener Fonds zu den Anschaffungskosten der erworbenen Wirtschaftsgüter gehören und somit nicht sofort abzugsfähig sind. Das finale BMF-Schreiben enthält einige Konkretisierungen gegenüber dem Entwurf aus November 2024 und bietet nun einen Orientierungsrahmen für die Tax Compliance im Private-Equity-Bereich. mehr…
Erneut positive Rechtsprechung des BFH zur Besteuerung von Managementbeteiligungen
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine Änderung der Rechtsprechung zur Abgrenzung der Einkunftsarten bei Mitarbeiter- und Managementbeteiligungen vorgenommen. Demnach ist für die Abgrenzung von Einkünften aus Kapitalvermögen und aus nichtselbstständiger Tätigkeit keine Gesamtabwägung mehr erforderlich, sofern die Beteiligung wirksam begründet und vertragsgemäß durchgeführt wird. Einkünfte aus einer solchen Beteiligung zählen vorrangig zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. mehr…
Auch 2026 ist eine neue Systematik der Grunderwerbsteuer zu erwarten
Nein, dies ist kein wiederverwendeter Beitrag aus dem vergangenen Jahr. Auch nicht aus den Jahren davor. Man hat sich lediglich daran gewöhnt: Die Grunderwerbsteuer soll erneut systematisch reformiert werden. Die Ergänzungstatbestände der Grunderwerbsteuer zur Erfassung von Share Deals haben in den vergangenen Jahren besonders hohe gesetzgeberische Aufmerksamkeit erfahren. Mit einer weiteren, derzeit geplanten Änderung des Grunderwerbsteuergesetzes will die Bundesregierung die Systematik der Ergänzungstatbestände auch im Jahr 2026 neu ordnen. Dieses Mal – so jedenfalls der Anspruch – soll alles einfacher werden. mehr…
Steuern Aktuell – Alles Wichtige auf einen Blick
Urteile, Gesetzesänderungen, relevante Neuregelungen – Alles, was im Steuerrecht wichtig ist, behalten unsere Expertinnen und Experten für Sie im Blick. . mehr…
Das sind die wichtigsten Reporting-Pflichten für KVGen in 2026
Auch im Jahr 2026 gelten für alle Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen) wieder eine Vielzahl von Fristen für aufsichtsrechtliche Berichts- und Veröffentlichungspflichten. Nachfolgend haben wir die wichtigsten laufenden Pflichten und Termine zusammengestellt. mehr…
Das bewegte die Private Equity-Community in 2025
Die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz, der wachsende Druck auf Portfoliounternehmen, Änderungen im Steuerrecht – nur einige der Themen, die die Private Equity-Branche in 2025 beschäftigten. Auch in diesem Jahr haben unsere Expertinnen und Experten wieder alle relevanten Entwicklungen für Sie im Blick behalten. Welche Themen dabei besonders herausragten, haben wir unsere LinkedIn-Community entscheiden lassen. Hier sind die zehn meistgeklickten Beiträge in 2025. . mehr…
Geplante Reform der Zurechnungsbesteuerung bei ausländischen Familienstiftungen und Trusts
Die Bundesregierung plant eine Neufassung der sogenannten Zurechnungsbesteuerung bei ausländischen Familienstiftungen und -Trusts für im Inland ansässige Stifter und Begünstigte. Mit Schreiben vom 18. November 2025 hat das BMF den Entwurf einer Neufassung veröffentlicht und Verbänden sowie der interessierten Fachöffentlichkeit Gelegenheit zur Stellungnahme bis Mitte Januar 2026 gegeben. mehr…
BFH zweifelt an der Europarechtskonformität des § 20 Abs. 2 AStG
Die jüngste Vorlage des BFH zu § 20 Abs. 2 AStG lenkt den Blick erneut auf die Frage, ob der zwingende Methodenwechsel ohne jede Entlastungsmöglichkeit mit der Niederlassungsfreiheit vereinbar ist. Im Kern steht ein Sachverhalt, in dem wirtschaftlich tätige luxemburgische Strukturen allein aufgrund des nationalen Switch-over der deutschen Besteuerung unterworfen wurden. Der BFH sieht hierin eine mögliche unionsrechtliche Beschränkung und ruft den EuGH an. . mehr…
SFDR 2.0 – Überarbeitung des EU-Offenlegungsregimes
Mit dem Vorschlag der Europäischen Kommission vom 20. November 2025 zur Überarbeitung der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR – Offenlegungsverordnung) liegt nun der lang erwartete Entwurf eines grundlegend reformierten Offenlegungsregimes vor. Der Vorschlag reagiert auf vielfältige Herausforderungen, die sich in der praktischen Anwendung seit 2021 gezeigt haben, insbesondere die Etablierung von Art. 8 und Art. 9 SFDR als de facto Markt-Labels sowie die eingeschränkte Vergleichbarkeit der veröffentlichten Nachhaltigkeitsinformationen. mehr…
Update Fondsrisikobegrenzungsgesetz – Regierungsentwurf bringt wichtige Änderungen
Am 29. Oktober 2025 hat die Bundesregierung den Entwurf des Gesetzes zur Begrenzung der Risiken durch Investmentfonds und zur Umsetzung weiterer EU-Richtlinien (Fondsrisikobegrenzungsgesetz – FRiG) beschlossen und den Gesetzesentwurf durch Zuleitung an den Bundesrat am 7. November 2025 förmlich in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht. Im Vergleich zum Referentenentwurf enthält der Regierungsentwurf zum FRiG deutlich weniger nationales Gold-Plating und einige erfreuliche Klarstellungen. . mehr…
Wohl doch kein Steuerklassenprivileg für ausländische Familienstiftungen
Das FG Köln hat mit Beschluss vom 30.11.2023 ein Vorabentscheidungsersuchen beim EuGH eingereicht und den EuGH gefragt, ob die Beschränkung des sogenannten Steuerklassenprivilegs nach § 15 Abs. 2 Satz 1 ErbStG auf inländische Familienstiftungen mit der Kapitalverkehrsfreiheit vereinbar ist. Am 13.11.2025 hat der EuGH nun sein Urteil hierzu verkündet. mehr…














