Bei jedem Erbfall und bei Schenkungen, die zu einer Erbschaft- bzw. Schenkungsteuerfestsetzung führen können, ist ein entsprechendes Besteuerungsverfahren mit den jeweils zuständigen Finanzbehörden durchzuführen. Dies erfolgt mittels eines standardisierten und bewährten Verfahrens und läuft, abgesehen von den teilweise äußerst langen Bearbeitungszeiten einzelner Finanzämter, im Regelfall ohne größere Schwierigkeiten. Anders gestaltet sich dies jedoch bei (scheinbar) komplexeren Fällen mit einer Vielzahl von verschiedenen Vermögensgegenständen, insbesondere Beteiligungen an inländischen Gesellschaften und inländischen Immobilien. mehr…
Mitarbeiterbeteiligung durch Genussrechte und stille Beteiligungen – BFH konkretisiert geltende Rechtsprechungslinie
Die Frage, ob laufende Einkünfte aus Gewinnbeteiligungen eines Arbeitnehmers im Zusammenhang mit einem Sonderrechtsverhältnis zu seinem Arbeitgeber als Einkünfte i.S.d. § 19 EStG („Arbeitslohn“) oder als solche i.S.d. § 20 EStG („Kapitaleinkünfte“) zu qualifizieren sind, ist seit vielen Jahren Gegenstand der finanzgerichtlichen Rechtsprechung. Maßgeblich für die Abgrenzung ist dabei regelmäßig, ob die Einkünfte „für“ die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers gewährt werden oder „aus“ einer eigenständigen Kapitalanlage resultieren. mehr…
Kapitalüberhang wird zum Risiko – Investieren in Zeiten permanenter Unsicherheit
Private-Equity-Fonds sitzen auf Milliarden an sogenanntem „Dry Powder“ und bewegen sich gleichzeitig in einem Marktumfeld, in dem Unsicherheit zum Dauerzustand geworden ist. Was auf den ersten Blick wie ein Luxusproblem wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als strukturelle Herausforderung, denn Kapital muss investiert werden, während Planbarkeit und Sicherheit zunehmend fehlen. mehr…
BAI-Studie – So investieren deutsche Versicherer
Daten aus dem BAI Investor Survey 2025 und Experteninterviews geben Einblicke in aktuelle Trends der Alternative-Investments-Allokationen deutscher Versicherungsunternehmen. Sie investieren breiter diversifiziert in Alternatives als andere Investorentypen, ihre durchschnittliche Allokation ist jedoch niedriger. . mehr…
BFH bestätigt Verfassungsmäßigkeit des Bundesmodells zur Grundsteuer
Seit der Reform der Grundsteuer haben sich bereits zahlreiche Finanzgerichte mit den verschiedenen Grundsteuermodellen und deren verfassungsrechtlichen Aspekten auseinandergesetzt. Ende vergangenen Jahres hatte sich nun auch der BFH zur kontrovers diskutierten Verfassungskonformität des Bundesmodells geäußert. mehr…
Positive BGH-Rechtsprechung zu Leaver-Call-Optionen bei Managementbeteiligungsprogrammen
Der BGH hat zur Wirksamkeit von freien Hinauskündigungsklauseln und damit zu Call-Optionen im Rahmen von PE-Managementbeteiligungen Stellung genommen. Das Urteil befasst sich mit der äußerst praxisrelevanten Frage, welche Gesichtspunkte bei der Beurteilung der Wirksamkeit von Call-Optionsklauseln zu berücksichtigen sind. Dabei setzt sich der BGH insbesondere mit dem wirtschaftlichen Zweck von Managementbeteiligungsprogrammen auseinander. mehr…
Körperschaftsteuerliche Organschaft bei Bestehen einer atypisch stillen Beteiligung an dem Organträger
Verpflichtet sich eine SE, AG oder KGaA mit Geschäftsleitung und Sitz im Inland (Organgesellschaft) durch einen Gewinnabführungsvertrag i.S.d. § 291 Abs. 1 AktG, ihren ganzen Gewinn an ein einziges anderes gewerbliches Unternehmen abzuführen, so ist nach § 14 Abs. 1 Satz 1 KStG das Einkommen der Organgesellschaft, soweit sich aus § 16 KStG nichts anderes ergibt, dem Träger des Unternehmens (Organträger) zuzurechnen, wenn die Voraussetzungen von § 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1–5 KStG erfüllt sind. Dies gilt nach § 17 Abs. 1 Satz 1 KStG entsprechend, wenn sich eine andere Kapitalgesellschaft – insbes. eine GmbH – mit Geschäftsleitung und Sitz im Inland wirksam verpflichtet, ihren ganzen Gewinn i.S.d. § 14 KStG abzuführen. mehr…
Mindeststeueranpassungsgesetz – Neuerungen für Private Equity (Dach-)Fonds und deren Anleger
Gesetzliche Änderungen durch das Mindeststeueranpassungsgesetz („MinStAnpG“) sowie mehrere positive BFH-Urteile können zu deutlichen Entlastungen bei der Tax Compliance von Private Equity (Dach-)Fonds und deren Anlegern sowie zu signifikanten gewerbesteuerlichen Vorteilen führen. Die neuen gesetzlichen Regelungen und die anerkannte Rechtsprechung wirken rückwirkend, weshalb auch bereits abgegebene Steuererklärungen zu prüfen sind, um sämtliche Vorteile auszunutzen. mehr…
Die Zurechnungsquote der Zurechnungsbesteuerung – eine Momentaufnahme
Liegen die Voraussetzungen der sog. Zurechnungsbesteuerung vor, werden die Einkünfte einer ausländischen Familienstiftung oder vergleichbaren Vermögensmasse (z.B. einem US-Trust) vorrangig dem unbeschränkt steuerpflichtigen Stifter oder sonst den Bezugs- und Anfallsberechtigten „entsprechend ihrem Anteil zugerechnet“. Wie aber lässt sich dieser Anteil bei solchen Nachfolgevehikeln, die naturgemäß keine Beteiligung vermitteln, überhaupt bestimmen? In der Praxis liegt der Fokus im Kontext der Zurechnungsbesteuerung dabei häufig auf tatbestandsseitigen Ausschlüssen (Stichwort: Entlastungsbeweis). Rechtsfolgenseitig wird die Bestimmung der Zurechnungsquote allenfalls als Randthema behandelt. . mehr…
§ 56 InvStG – BFH begrenzt Anwendung der Teilfreistellung bei Veräußerungsverlusten
Mit Urteilen vom 25.11.2025 (VIII R 22/23, VIII R 15/22) hat der BFH zur Anwendung der investmentsteuerrechtlichen Teilfreistellung bei der Veräußerung sog. Alt-Anteile nach § 56 InvStG Stellung genommen. Die Entscheidungen betreffen eine Folge des Systemwechsels zur Investmentbesteuerung 2018. In bestimmten Fällen kam es dadurch zu einer steuerlichen Mehrbelastung, aus der sich nun Erstattungsansprüche ergeben können. Der BFH stellt klar, dass ein Veräußerungsverlust, der ausschließlich auf der Übergangsfiktion des § 56 InvStG beruht, steuerlich in voller Höhe zu berücksichtigen sei. Eine etwaige Teilfreistellung finde insoweit keine Anwendung. Betroffen sind insbesondere Konstellationen, in denen die Kurse bis Ende 2017 deutlich gestiegen und nach dem 01.01.2018 wieder gefallen sind – eine höchst praxisrelevante Entscheidung. mehr…
Standortfördergesetz – Neue Strukturmöglichkeiten für deutsche gewerbliche Fonds
Am 10. Februar ist das Ende Januar 2026 beschlossene Gesetz zur Förderung privater Investitionen und des Finanzstandorts (Standortfördergesetz, „StoFöG“) in Kraft getreten. Das StoFöG zielt insbesondere darauf ab, Investitionen in Venture Capital zu fördern und Deutschland als Finanzplatz zu stärken, und eröffnet neue Strukturierungsoptionen für deutsche Fondsstrukturen mit „gewerblichkeitsgefährdeten“ Anlagestrategien. mehr…
Private Clients – Q&A zum Steuerrecht
Deutschland ist für vermögende Privatpersonen, Unternehmerfamilien und internationale Investoren ein rechtlich komplexer, aber wirtschaftlich bedeutender Standort. Das jährlich erscheinende Q&A „ICLG Private Clients“ erläutert die wichtigsten Aspekte zum deutschen Steuerrecht, die erbschaft- und schenkungsteuerlichen Rahmenbedingungen sowie zentrale Fragen der Vermögens- und Nachfolgeplanung bei nationalen und grenzüberschreitenden Sachverhalten. mehr…
BMF finalisiert Vorschriften zur ertragsteuerlichen Behandlung von Fondsetablierungskosten
Mit Datum vom 19.01.2026 hat das BMF das finale Schreiben zur ertragsteuerlichen Behandlung von Fondsetablierungskosten (§ 6e EStG) veröffentlicht. Die Vorschrift ordnet an, dass Fondsetablierungskosten bestimmter geschlossener Fonds zu den Anschaffungskosten der erworbenen Wirtschaftsgüter gehören und somit nicht sofort abzugsfähig sind. Das finale BMF-Schreiben enthält einige Konkretisierungen gegenüber dem Entwurf aus November 2024 und bietet nun einen Orientierungsrahmen für die Tax Compliance im Private-Equity-Bereich. mehr…
Erneut positive Rechtsprechung des BFH zur Besteuerung von Managementbeteiligungen
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine Änderung der Rechtsprechung zur Abgrenzung der Einkunftsarten bei Mitarbeiter- und Managementbeteiligungen vorgenommen. Demnach ist für die Abgrenzung von Einkünften aus Kapitalvermögen und aus nichtselbstständiger Tätigkeit keine Gesamtabwägung mehr erforderlich, sofern die Beteiligung wirksam begründet und vertragsgemäß durchgeführt wird. Einkünfte aus einer solchen Beteiligung zählen vorrangig zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. mehr…
Auch 2026 ist eine neue Systematik der Grunderwerbsteuer zu erwarten
Nein, dies ist kein wiederverwendeter Beitrag aus dem vergangenen Jahr. Auch nicht aus den Jahren davor. Man hat sich lediglich daran gewöhnt: Die Grunderwerbsteuer soll erneut systematisch reformiert werden. Die Ergänzungstatbestände der Grunderwerbsteuer zur Erfassung von Share Deals haben in den vergangenen Jahren besonders hohe gesetzgeberische Aufmerksamkeit erfahren. Mit einer weiteren, derzeit geplanten Änderung des Grunderwerbsteuergesetzes will die Bundesregierung die Systematik der Ergänzungstatbestände auch im Jahr 2026 neu ordnen. Dieses Mal – so jedenfalls der Anspruch – soll alles einfacher werden. mehr…














