
Philippe J. Weil beleuchtet, wie Geld, familiäre Beziehungen und individuelle Werte zusammenhängen und sich kontinuierlich und dynamisch gegenseitig beeinflussen. Er lässt den Leser hierbei an seinen Erfahrungsschatz aus über 25 Jahren Familienberatung teilhaben und zeigt Leitlinien auf, die sich bewährt haben, Konflikte zu vermeiden, zu lösen oder ihre Auswirkungen einzudämmen.
Der authentische Einblick in das Tagesgeschäft eines Family Offices als Mediator, Berater und interdisziplinäre Schnittstelle ist dabei sowohl für Unternehmerfamilien als auch für zukünftige Erblasser und Erben sowie nicht zuletzt ihre Fachberater von Interesse, denn das ganzheitliche familiäre Wohlergehen ist die unverzichtbare Grundlage für finanzielles Wohlergehen.
Das Fundament: Die Familie
Im Fokus der Tätigkeit eines Family Offices steht das wichtigste Gut: die Familie. Ihre Dynamiken und Bedürfnisse bestimmen dabei sowohl die Hürden, denen sich insbesondere die Nachfolgeplanung stellen muss, zugleich aber auch die individuellen Chancen und Vorteile, die fachkundige Beratung für ein Familienunternehmen eröffnen kann.
In Teil I steht daher zunächst die aufmerksame Beobachtung der Beziehungsdynamiken zwischen den Familienmitgliedern im Mittelpunkt. Neben den Auswirkungen dieser Beziehungen auf den Bestand und den Übergang des Familienvermögens identifiziert Weil auch die individuellen Rollenverteilungen in der Familie sowie die unterschiedlichen Einstellungen zu Vermögen und Wohlstand der verschiedenen Generationen als erfolgsentscheidende Faktoren in Unternehmerfamilien.
Familienbeziehungen und Kommunikation als Schlüssel zur erfolgreichen Beratung
Sowohl die Kommunikation innerhalb des Familienverbundes als auch zwischen der Familie und ihrem Family Office ist daher von entscheidender Bedeutung für das Gelingen zugleich des Familienunternehmens und des Unternehmens „Familie“.
In Teil II bedient sich Weil hierfür der Familienverfassung als effizientem Regelwerk für den nachhaltigen Umgang mit dem Familienkapital. Der Fokus des Familienberaters liegt hierbei auf dem Prozess der emotionalen und kommunikativen Ausarbeitung, derjenige der Fachberater oder eines interdisziplinär aufgestellten Family Offices liegt in der rechtssicheren Ausgestaltung.
Der Abschnitt „Herzstück Familiengeschichten“ eröffnet Einblick in das Spannungsfeld der emotionalen, finanziellen und ideellen Konflikte, durch das Familienunternehmen und Unternehmerfamilien zu navigieren sind. In acht Erfahrungsberichten schildert der Autor individuelle, aber doch nicht einzigartige Familienkrisen und ihre Lösungen.
Vermögensverwaltung ist Familienverwaltung
Für das Gelingen des Generationenwechsels als größte Herausforderung des Familienunternehmens sind zunächst die persönlichen Werteinstellungen der ersten Generation entscheidend – ob possessiv, unprätentiös oder philanthropisch, sie prägen die Familie und das Unternehmen für die folgenden Generationen.
Wie die Vermögensverwaltung im Familienunternehmen einerseits den Vorstellungen der Begründergeneration gerecht wird und andererseits Raum lässt für die individuelle Zukunftsplanung der Nachfolgegenerationen, wird in Teil III thematisiert. Während die Aufgabe des Family Office in der Anlageberatung durch Wahl der passenden Verwaltungsformen und Investitionen des Familienkapitals besteht, nimmt Weil auch die Familie in die Pflicht: finanzielle Bildung, Erziehung und Kommunikation, insbesondere im Stadium der Erbenplanung und die Vorbereitung der Erben auf das Familienerbe, ebnen den Weg für den geordneten Vermögensübergang.
Rechtssicherheit schafft Beständigkeit
Eine Versachlichung durch Verschriftlichung in Form von Verträgen und Verfügungen eröffnet die Möglichkeit einer strukturierten Regelung der Verhältnisse zwischen den Familienmitgliedern. Hierfür eignen sich neben einer zumeist unverbindlichen Family Governance, deren Konzept sich vor allem in der Familienverfassung niederschlägt, insbesondere auch Partnerschafts- und Eheverträge sowie die Nachfolgeplanung durch letztwillige Verfügungen. Wie hiermit der Bestand nicht nur des Familienunternehmens, sondern auch des Familienfriedens nachhaltig gewährleistet werden kann, ist Gegenstand von Teil IV.
Weiterentwicklung und Zusammenarbeit im Sinne ganzheitlicher Beratung
Gegenstand von Teil V ist die Bedeutung von Wissenstransfers und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Vor allem im internationalen Kontext ist angesichts der hohen Komplexität der Familienberatung neben einem hohen Maß an Qualifikationen auch eine souveräne und harmonische Kooperation der Fachleute erforderlich, die durch ein fachübergreifendes Beratungsteam gewährleistet werden kann.
Fazit
Familienunternehmen sehen sich bei der Zukunftsplanung neben rechtlichen und steuerlichen auch emotionalen Herausforderungen gegenüber. „In guten Händen“ zeigt anschaulich: Eine fachkundige und umfassende Beratung aus einer Hand kann insbesondere im risikobehafteten Stadium der Übergabe von Vermögen auf die nächste Generation Klarheit schaffen und den Familienfrieden bewahren, sodass für die Familie auch weiterhin im Mittelpunkt stehen kann, was Reichtum wirklich ausmacht.
Das Buch „In guten Händen – Wie das Family Office Mensch und Kapital in Einklang bringt“ ist am 26. März 2026 im Murmann Verlag erschienen (ISBN 978-3-86774-873-5). Zum Buch

Zum Autor:
Philippe J. Weil wanderte 1996 aus der Schweiz nach Israel ein und gründete sein Family Office P.J. Weil Ltd. in Tel Aviv. Er berät Familien weltweit und ist Mitglied in internationalen Think-Tanks, die sich mit der ganzheitlichen Verwaltung von Familienkapital beschäftigen. Als Mentor und Dozent publiziert er regelmäßig in Fachzeitschriften und teilt sein Wissen mit anderen rund um den Globus.