Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen
Dynamisches Wachstum des Sekundärmarkts
Fund Secondaries haben sich von einem Spezialsegment zu einem zentralen Bestandteil des Private Equity-Marktes entwickelt. Das weltweite Transaktionsvolumen erreichte 2025 rund 225 Milliarden US-Dollar. Für 2026 wird ein weiteres Wachstum auf etwa 250 Milliarden US-Dollar erwartet. Treiber bleiben der steigende Liquiditätsbedarf institutioneller Investoren sowie die fortlaufende Portfolioumschichtung. Während LP-led-Transaktionen, also Verkäufe durch Fondsinvestoren (Limited Partners), weiterhin einen großen Marktanteil ausmachen, gewinnen GP-led-Transaktionen zunehmend an Bedeutung. Bei diesen Transaktionen initiiert der Fondsmanager (General Partner) selbst die Strukturierung eines Verkaufsprozesses, häufig über sogenannte Continuation Funds.
Neue Strukturen prägen den Markt
Besonders gefragt bleiben Continuation Funds, die Fondsmanagern und Investoren ermöglichen, weiterhin an der Wertentwicklung für attraktive Portfoliounternehmen zu partizipieren. Neben klassischen Single-Asset- und Multi-Asset-Strukturen entstehen inzwischen neue Modelle wie Evergreen Continuation Vehicles. Diese sind nicht auf eine feste Laufzeit ausgelegt und eignen sich insbesondere für langfristig attraktive Assets, etwa im Bereich digitale Infrastruktur oder Rechenzentren. Gleichzeitig nimmt die Professionalisierung des Marktes weiter zu. Standardisierte Prozesse, neue Branchenleitlinien (ILPA Guidance) und eine stärkere Einbindung spezialisierter Berater sorgen für mehr Transparenz und Transaktionssicherheit.
Versicherungslösungen reduzieren Interessenkonflikte
Mit dem Wachstum von GP-led-Transaktionen rückt ein struktureller Interessenkonflikt stärker in den Fokus. Der Fondsmanager verwaltet sowohl den bestehenden Fonds als Verkäufer als auch den Continuation Fund als Käuferseite.
Hier setzen W&I-Versicherungen (Warranty & Indemnity Insurance) beziehungsweise RWI-Versicherungen (Representations & Warranties Insurance) an. Sie decken Risiken aus der Verletzung von Zusicherungen und Freistellungen ab und verlagern potenzielle Regressansprüche auf einen externen Versicherer. Dadurch müssen sich Käufer und Verkäufer im Streitfall nicht unmittelbar gegenüberstehen. Verhandlungen lassen sich häufig vereinfachen und Transaktionen effizienter umsetzen. Neben der klassischen Absicherung gewinnen ergänzende Instrumente wie Synthetic Cover oder Contingent Risk Solutions an Bedeutung. Sie ermöglichen zusätzliche Deckungen für Risiken, die vertraglich nur schwer oder gar nicht abgesichert werden können.
Vorteile für Käufer und Verkäufer
Für Verkäufer bieten Versicherungslösungen eine erhebliche Haftungsbegrenzung. In vielen Fällen lässt sich die Haftung des verkaufenden Fonds auf einen symbolischen Betrag (z.B. 1 Euro) reduzieren. Gleichzeitig entfällt häufig die Notwendigkeit eines Escrow-Kontos oder Kaufpreiseinbehalts, sodass die Erlöse unmittelbar an die Investoren fließen können.
Käufer profitieren von einem erweiterten Schutzumfang. Versicherungen ermöglichen längere Haftungs- und Verjährungsfristen sowie zusätzliche Absicherungen über den eigentlichen Kaufvertrag hinaus. Zudem verbessern sie die Position in Bieterverfahren, da sie die Transaktionssicherheit erhöhen.
Frühzeitige Planung wird entscheidend
Versicherungslösungen sind kein nachgelagerter Bestandteil einer Secondary-Transaktion mehr. Sie stellen einen eigenständigen Workstream dar und sollten bereits bei der Strukturierung der Transaktion berücksichtigt werden. Die Einbindung eines spezialisierten Insurance Brokers zu Beginn des Prozesses beeinflusst regelmäßig Dokumentation, Zeitplan und Kostenverteilung.
Fazit
Fund Secondaries entwickeln sich zu einem institutionalisierten Marktsegment mit etablierten Standards. Parallel steigen die Anforderungen an Governance, Risikomanagement und Transaktionssicherheit. W&I- und RWI-Versicherungen gehören heute bei vielen GP-led-Transaktionen bereits zum Standardrepertoire und sollten frühzeitig in die Transaktionsplanung eingebunden werden.
+++
Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Munich Private Equity Training (MUPET) am 25. Juni 2026 in München. Weitere ausgewählte Beiträge zur MUPET 2026 finden Sie auch in unserem MUPET-Archiv. Sie wollen mehr zum Veranstaltungsformat erfahren? Besuchen Sie unsere MUPET-Themenseite.